23_Log_ 4.5. – 14.7.16_Eine Seereise wie Dulce de Leite von Montevideo bis Rio de Janeiro

 

Die einzelnen Etappen dieser Reise sind unter diesen Kapiteln:

4.-6.5.16 _ Erste Etappe von Montevideo nach Rio Grande do Sul – im Tiefflug!

7.5.-31.5.16 _ “Warten auf Godot” in Rio Grande do Sul

1.-4.6.16 _ Von Rio Grande do Sul weiter nach Norden an die Wärme!

1.-3.7.16 _ Grau in Grau nach Santos

13(!). – 14.7.16 Der letzte Schlag direkt in die Bucht von Parati – angekommen im Paradies!

(Für “whatsapp” ** oder “20 Minuten” gewohnte Leser habe ich unter Fotoalbum die Reise mit Kurztexten abgebildert!)

** Ich musste nachsehen, wie sich das genau schreibt!?


 

4.-6.5.16 – Erste Etappe von Montevideo nach Rio Grande do Sul – im Tiefflug!

1 MontevidWir gleiten dahin, unterstützt durch eine Brise aus Süd und einem schiebenden Strom nach Nord. Gegen Mitternacht sind wir auf der Höhe von Punta del Este, wählen den Kurs zwischen Kap und der Isla de Lobos und kommen dadurch in etwas unruhigere Gewässer. Wieder im freien Seegebiet „fädeln“ wir uns in die Reihe der Grossschifffahrt ein, die entlang dieser Küste fährt. Wind und Wellen sind synchron. Die markanten Süddepressionen haben einen unüblich starken Strom gegen Norden ausgelöst. Mit leichtem Wind kommen wir mit sechs bis über acht Knoten gut voran, vielfach noch etwas unterstützt durch den Motor, da der Wind allein die Segel in der durchaus angenehmen Dünung schlagen liesse. Unsere erste Nacht mit dem üblichen Nachwachenrhythmus von drei Stunden vergeht ereignislos. Bereits an diesem Tag, nach einem Etmal von 150 Seemeilen, übersegeln wir die Grenze zu Brasilien. Die Landesflagge und den gelben Einklarierungswimpel setzen wir; der Uruguayflagge sieht man die vergangenen Südstürme an. Mit Erstaunen stellen wir fest, dass wir unter diesen Bedingungen bereits am Freitag in Rio Grande do Sul sein können – nach bloss zwei Tagen! Euphorie breitet sich aus, doch erst müssen die guten Bedingungen noch anhalten. Sie tun es und wir nähern uns am Freitagmorgen gegen zehn Uhr der langen Hafeneinfahrt. Der Verkehr der Grossschifffahrt wird durch ein Lotsenboot geregelt. Ich rufe es an, um um Erlaubnis zu bitten, zwischen den Grossen hochfahren zu dürfen. Keine Antwort. Also schnappen wir uns eine Lücke und laufen ein. Die Einfahrt ist trotz idealer Bedingungen diesmal ruppig. Wellen aus verschiedenen Richtungen werfen uns umher, fordern Konzentration und Aufmerksamkeit. Denn schon läuft wieder ein Containerschiff ein und überholt uns kurz nach der Einfahrt im (5 km langen) Wellenbrecher-Kanal. Problemlos schaffen wir die gut 10 Seemeilen bis zum Abzweiger nach Rio Grande do Sul. Dank der gespeicherten Tracks nehmen wir den nicht klar gekennzeichneten Kanal ruhig und meiden die Untiefen, die wir im Vorjahr gestreift hatten – und aufgelaufen waren, aber das sagen wir niemandem! Es scheint aber auch, dass die Fahrrinne ausgebaggert wurde und die Fährverbindung nach Sao Jose do Norte frisch betonnt wurde.

Weil die Bedingung so ideal sind, beschliessen wir spontan, an der Tankstelle Halt zu machen und den verbrauchten Treibstroff wieder zu bunkern. Das Anlanden erregt Aufsehen. Sofort sind ein paar Helfer da und erkundigen sich dann auch auf Englisch /Portugiesisch nach dem Woher und Wohin. Bei der Strassentankstelle ist man gerne behilflich, doch das Fass auf Rädern gibt es nicht mehr. Ein Plastiktank (sauber!) von 50 Litern wird bereitgestellt, gefüllt und auf eine Schubkarre gehievt. Am Boot sind viele Hände behilflich, die 50 l auf Deck zu heben. Bin ich froh, dass ich vier Schüttelschläuche gekauft habe! Eigentlich waren sie zum Verschenken gedacht. Jetzt kann ich einen dazu verwenden, den Diesel umzufüllen. Dazu verwende ich noch einen Filter. Dieses einfache Prinzip löst auch hier Erstaunen aus. Schnell ist der Tank aufgefüllt und wir fahren Richtung Marina. Vorbei geht es am Marine Museum, wo man gratis anlegen darf, wenn man den Museumsdirektor Lauro um Erlaubnis bittet und ihm am Schluss ein maritimes Geschenk überlässt. (Zum Beispiel: Junge Segelbekannte, Maria und Modris, haben mit ihrem 9 m Segelboot dorthin verholt und wurden gebeten, doch als freundliche „Gegenleistung“ die Landesflagge von Modris, Litauen, dort zu lassen. )

Wir biegen in die gut betonnte Einfahrt zum Yacht Club Rio Grande und ich sehe bereits, dass der gleiche Anlegeplatz wie im Vorjahr frei ist. Händewinkend weisen uns Marineros ein und helfen beim Anlegen. Angekommen! Eine Bilderbuchreise!

Kurz darauf beim Anlegertrunk biegt ein kleineres Segelboot mit angehängtem Aussenborde in die Marina ein. Ein solches Boot ist hier nichts Aussergewöhnliches bis wir die Flagge am Heck wehen sehen: Schweden! Maria aus Schweden und Modris aus Littauen, ein junges Paar, das beschlossen hat, mit ihrem Segelboot die Welt zu umrunden. Der Innenborder wurde kurzerhand zugunsten von mehr Stauraum ausgebaut; ein Aussenborder muss genügen! Bis zu ihrer Abfahrt im vergangenen Herbst waren sie keine grossen Segler. Aber die Lust auf Herausforderung und Entdecken liess sie ihren Traum verwirklichen. Die bescheidenen Mittel, die sie haben und unterwegs durch Arbeiten ergänzen, müssen einfach reichen. So haben sie zum Beispiel während einer Saison in der Bretagne bei einem Austernzüchter ausgeholfen, dabei viel über Austernzucht erfahren und, ebenfalls wichtig für sie, die Sprache erlernt!

Dies ist wieder ein gutes Beispiel, dass es nicht viel Geld braucht zur Verwirklichung seines Traumes. Mut, Selbstvertrauen und der unbändige Wunsch, den Traum zu leben genügen. Alles andere kann organisiert und dem untergeordnet werden. Wir verbringen interessante Stunden mit den beiden, zum Teil bis in den frühen Morgen. Eine Bereicherung für alle. Maria und Modris warten auf den Absprung nach Süden. In Uruguay wollen sie überwintern, etwas Geld verdienen und dann weiter zum Kap Horn und in den Pazifik! Eine grosse Erleichterung ist zu wissen, dass Modris Meteorologie studiert hat – also auch im entlegensten Winkel Patagoniens noch eine eigene Prognose erstellen kann.

 

7.5. – 31.5.16_ „Warten auf Godot „– in Rio Grande do Sul

2 Rio GrSchon bei der Ankunft wissen wir, dass das Wetterfenster noch für die nachfolgenden paar Tage positiv bleiben wird. Wir könnten also hier sofort in Brasilien einklarieren und am nächsten Morgen weiter nach Florianapolis auslaufen – möglich wär’s. Allerdings, die Stimmung an unserm Anlegeplatz in dieser ruhigen, friedlichen und gastfreundlichen Marina lässt uns entscheiden, diese Chance ungenutzt verstreichen zu lassen. Eine nächste Möglichkeit wird sich sicher bald wieder ergeben, schliesslich sind die Monate Mai und Juni die idealsten Monate, um nach Norden zu segeln – aber dieses Jahr ist auch hier alles etwas anders, wie wir feststellen werden. Wir bereuen unseren Entscheid aber nicht, auch wenn das Warten auf die nächste Gelegenheit länger dauert als wir optimistisch eingeschätzt hatten.

So aber klarieren wir erst mal zusammen mit Maria und Modris ein, sie allerdings auch gleich wieder aus, weil ihr Visum und die Gültigkeit für ihr Boot in den nächsten Tagen abläuft; auch sie sind jeweils an den von ihnen besuchten Orten „hängen geblieben“. (Sie bleiben schlussendlich bis fast Ende Juni „illegal“ in Rio Grande, weil das Wetter eine Weiterfahrt einfach nicht zulässt. Überall anderswo würden sie nun unweigerlich Probleme erhalten. Hier hat man dafür Verständnis.)

Ich wage zu behaupten, dass es keinen besseren Platz als Rio Grande do Sul gibt, um in Brasilien ein- und aus zu klarieren und ich habe schon viele andere positive Erfahrungen gemacht. Hier sind die Behörden, angefangen von der Policia Fédéral über die Capitania bis zum Zoll professionell und haben Verständnis für Verspätungen/Verzögerungen infolge Witterungsbedingungen. Der Zoll fertigt vornehmlich die Grossschiffahrt (keine Kreuzfahrtschiffe) ab und zeigte immer einen pragmatischen Ansatz (s. letztes Jahr beim Ausklarieren mit Philippe) für Segler und ihre Schiffe, ganz im Gegensatz z.B. zu Salvador de Bahia. (Aber auch da muss man ehrlicherweise festhalten, dass es eben auch dabei von den Seglern abhängt, wie sich die Behörden verhalten. In Salvador kommen – und sind – viele Segler mit zum Teil „eigenartigen“ Vorstellungen was Behördengänge angelangt.)

Im Marine Büro der Capitania ist man militärisch korrekt und ebenfalls flexibel: „Wann wollt ihr wieder los? – In einer Woche? – OK hier ist der Ein- und Ausreisestempel!“. (Wir haben ihn zwei Mal verlängert, das zweite Mal, als wir wirklich sicher waren hat dann einer doch noch gefragt: „Wo wollt ihr hin? – Aha, nach Norden, dann ist es O.K. „ – Nach Süden hätten sie uns nicht ausreisen lassen, die Meteo war für kleine Boote zu schlecht. Natürlich haben sie zum Auslaufen aus dem Hafen ein Vetorecht und setzen sich auch durch. Die Bedingungen können hier sehr ungünstig sein und für Laien nicht immer klar ersichtlich und verständlich.(s. letztjährigen Bericht)

Trotzdem überwiegen die guten Gründe, weshalb ich lieber hier als anderswo Ein- und Ausklariere. Dabei ist Florianapolis, was die Freundlichkeit und Kompetenz anbelangt, durchaus eine Alternative. Da liegen die einzelnen Behörden allerdings weiter auseinander und die Ein- und Ausfahrt hinter die Insel Santa Catarina will gut geplant sein.

Letztes Jahr bei meinem ersten Aufenthalt in Rio Grande do Sul, damals auf dem Weg nach Süden, waren die Eindrücke von diesem Ort eher zwiespältig und das obwohl ich bereits über ein Jahr in Brasilien war und mehrheitlich ebenfalls in einem eher ärmeren Teil (Joao Pessoa / Nordeste.) Jetzt beim Beamtengang, aber auch während der ganzen Aufenthaltszeit, haben mich die positiven Veränderungen beeindruckt. Irene gibt hier ihre Eindrücke ohne meine Vorbelastung wide

 

  1.-4.6.16 _ Von Rio Grande do Sul weiter nach Norden – an die Wärme!

3 ItajaiEs bieten sich während unseres Aufenthalts in Rio Grande do Sul verschiedene Möglichkeiten an, nach Norden aufzubrechen. Die kurzfristigen Wetteränderungen über drei Tage geben uns aber nicht den nötigen Komfort – oder wir sind schlicht zu dem Zeitpunkt geistig und physisch nicht vorbereitet, diese kurzfristigen Opportunitäten zu nutzen; vielleicht auch, weil wir den Aufenthalt in dieser ruhigen und friedlichen Marina bewusst geniessen.

Dann aber sind sie da, die guten Aussichten über fünf Tage hinaus. Verunsichert werden wir durch den Umstand, dass ein argentinisches Boot mit drei Männern kurz nach deren Einlaufen sofort am Dienstag wieder aufbrechen, wir aber aufgrund unserer Beurteilung eher auf den Mittwoch zielen. Die Winde sind zwar am Dienstag stärker, aber das Wellenbild und somit die Strömung noch nicht klar in nördlicher Richtung ausgerichtet. Wir bleiben unserem Plan treu!

Das Ausklarieren am Dienstag ist so problemlos wie das Einklarieren. Wir verabschieden uns auch von unseren neugewonnenen Freunden und Bekannten und sind mental bereit für den nächsten grossen Sprung. Diese Etappe bietet keinen wirklich sicheren Unterschlupf auf den ersten 300 Seemeilen. Sollten wir also mit unserer Beurteilung nicht Recht haben gibt es folgende Alternativen: 1. Uns bei starkem Südwind eben über unser anvisiertes Ziel hinaus blasen zu lassen. 2. Uns bei überraschend starkem Nordwind wieder zurück pusten zu lassen, allenfalls auch über Rio Grande hinaus, schlimmstenfalls bis nach Montevideo (was auch schon anderen Seglern passiert ist). Oder 3. „leidend“ gegen an zu stampfen und zu hoffen, dass der Wind sich wieder dreht. Unsere Erfahrungen mit „Passageweather“ geben uns aber Zuversicht – es sieht gut aus.

Uns gelingt wieder ein Bilderbuchstart. Das Auslaufen mit der Flut ist bedeutend angenehmer als unser Einlaufen. Da der Wind eher aus einer westliche Richtung bläst, also ablandig, ist die See nahezu glatt. Die Segel sind gesetzt – Gross mit einem Reff – und ab geht die Post nach Norden. Erstaunlich, oder eben auch nicht, es schiebt uns wieder ein starker Strom nach Norden und wir machen gute Fahrt sowohl über Grund als auch durchs Wasser. (Es kann hier schon geschehen, dass mit einem südlichen Wind wohl gute Fahrt durchs Wasser gemacht werden kan, aber der normalerweise gegensetzende Strom einem nahezu auf der Stelle verharren lässt.) Jetzt stimmt aber beides für uns.

Da wir vorsorglich bereits ein Reff eingebunden hatten und die Aussichten für die kommenden Tage so um die 10 Knoten Wind voraussagen entscheiden wir uns – entgegen der sonst üblichen Massnahme, beim Eindunkeln ein weiteres Reff einzulegen – dagegen. Es wird sich zeigen, dass dies ein Fehler war. Wieder mal nach Mitternacht (warum immer dann?) legt der Wind zu. Zwar stimmt die Richtung und die Strömung, aber wir erreichen in Spitzen Windstärken über 30 Knoten. Nicht dass dies alarmierend oder problematisch wäre. Margna steckt das auf diesem Kurs locker weg, aber die Windwellen haben doch auch zugelegt und stossen zusätzlich. Wir rauschen mit konstant über 7 Knoten durch die Nacht (es hat zu dem Zeitpunkt praktisch keine Strömung) und Konzentration ist diesmal angesagt. Nix da mit wehmütigem Nachgucken des langsam sich dem Horizont nähernden Kreuz des Südens. Blick nach vorn in die dunkle Nacht.

Der nächste Tag ist dann wieder wie vorhergesagt. Weiter stabiler Wind aus Südwest, was das Wellenbild extrem angenehm macht. Wieder mal Segeln vom Schönsten! Die Winde folgen der Küstenlinie und wir können ihnen folgen. Nur ab und zu begegnen wir einem Grossschiff. Es wird aber nie problematisch. Manchmal essen wir wieder im Cockpit, denn die Temperaturen steigen schon leicht an, aber noch ist nicht T-shirt angesagt. Mir macht derweil der Gedanke ans Cabo de Santa Marta noch etwas Mühe wenn ich ans Vorjahr denke. An diesem Kap haben wir damals einen guten Tag mit Kreuzen zugebracht gegen einen stärker als vorhergesagten Wind aus Süd und entsprechende Strömung nach Nord. – Und prompt in der Nacht, wie wir uns dem Kap nähern, dreht der Wind auf Nordwest und im Osten verstärkt sich ein Wetterleuchten. Da hat sich ein kleines lokales Tief gebildet. Hoffentlich zieht das wie „normal“ weiter Ost/Südost. – Der Sternenhimmel tröstet und ist traumhaft. Es funkelt und glitzert. Die Sternschnuppen lassen Wünsche zu und Margna zieht einen funkelnden Streifen Plankton hinter sich her. Dabei kommt mir der Gedanke, dass Wale um diese Jahreszeit nordwärts ziehen, um speziell in einer Bucht um Santa Caterina (Florianapolis) ihre Jungen, immerhin schon zwei Tonnen schwer, zu gebären und aufzuziehen. Da sollte man tunlichst vermeiden, zwischen Mutter und ihrem Kind zu gelangen. Einstweilen entfernen wir uns aber von der Küste und dem Kap, hart am Wind segelnd. Ich befürchte das Schlimmste, bis sich heraus stellt, dass auch das nur vorübergehend ist, der Strom nicht unterbrochen wird und wir weiter wieder nach Norden segeln können, mit nun wieder leicht achterlichem Wind aus West. Das Kap ist querab und vor uns wäre nun die Südeinfahrt nach Florianapolis. Da ich es aber nicht wagen würde, mit Margna’s Mast von ungefähr 17.8m (plus Antennen) unter einer angeblich 18m Brücke (s. Vorjahresbericht über Florianapolis) – angegeben im Revierführer sind 17m! – durch zu segeln, müssten 30 zusätzliche Seemeilen gesegelt werden, um wieder nach Norden zu gelangen. Dazu kommt ein nicht zu verachtender Nervenkitzel bei der Ein- und Ausfahrt in die Bucht hinter der Insel Santa Caterina. So beschliessen wir Kurs zu halten, zumal die Verhältnisse ideal sind und die Aussichten über die nächsten Tage – und Nächte! – ebenfalls.

Dann heisst es plötzlich „bremsen“, wenn wir nicht mitten in der Nacht in Itajai ankommen wollen. Auf diesen Hafen wurde ich letztes Jahr durch einen australischen Segler aus Portugal aufmerksam. Die Volvo Ocian Race Regatta machte hier Halt. In keinem Revierführer finden sich aber Angaben. Im Internet fand ich Photos von Maquetten und hochglanz Werbung. Es ist einen Hafen für die kommerzielle Schifffahrt, der vermutlich unter allen Umstanden angelaufen werden kann. Zudem liegt er direkt vor der Haustür von Blumenau, einem deutsch/brasilianischen Städtchen, dass Weltberühmtheit durch sein Oktoberfest erlangte. Es rangiert unmittelbar hinter München und zieht fast so viele Besucher an wie der Carnaval in Rio. Das wollen wir besuchen.

Die letzte Nacht verläuft ruhig und mit Bremsmanövern (kleinere Segel nicht optimal gestellt und mit kleineren Umwegen – Beidrehen wäre die ultimative Lösung gewesen). Im Morgengrauen nähern wir uns Itajai. Viele Fischerboote – ein gutes Zeichen für frischen Fisch! Der errechnete Landfall, so um neun Uhr, wäre ideal: Eine Dusche fürs Schiff und die Mannschaft und dann ein ausgedehntes Frühstück. So die Idealvorstellung. Die Tatsache präsentiert sich in Form einer dicken Bodennebelbank – direkt vor der Hafeneinfahrt! Wir wägen ab: Kommt sie auf uns zu? – Es herrscht kein Wind. – Mag die aufgehende Sonne die Bank wegbrennen? – Wie lange müssen wir warten? Sollen wir’s wagen oder einfach ankern gehen? Wir nehmen ein „Frühstück im Stehen“ und geniessen die wärmenden Sonnenstrahlen. Dann sehen wir die Spitzen der Hochhäuser und schliesslich auch die Hafeneinfahrt. Wir nehmen Kurs und stellen fest, dass auch die Grossschiffahrt auf diesen Moment gewartet hat. Hinter uns kommt ein immenses Containerschiff angedampft. Wir biegen in die Hafeneinfahrt ein. Sie ist, vor allem wenn wir nach hinten schauen, sehr klein für dieses gigantische Schiff das uns folgt! Am Eingang stehen denn auch schon vier (!) Lotsen- und Schleppboote. Sie lassen uns durch. Ich bin froh, dass vor uns noch ein kleiner lokaler Fischer unbeieindruckt dahintuckert. Nur, im Gegensatz zu ihm, wissen wir nicht, wo wir hin wollen, respektive abbiegen müssen. Von den Internetkarten weiss ich, dass wir gleich nach Einfahrt in eine sehr seichte Laguna links einbiegen müssen. Viel Zeit zum Abwägen haben wir nicht. Dann sehen wir die Masten auf der linken Seite. Dann einen kleinen Unterbruch im Damm – da sollen wir rein? Dahinter sind rote und grüne Einfahrts-Tonnen sichtbar. Das muss es sein! Wir biegen ab. Nicht zu früh. Dann fährt das Hochhaus an uns vorbei den sehr engen Kanal weiter hoch.

Wir folgen nun den Tonnen und ich bin froh, dass Irene über einschlägige Erfahrung im Wattenmeer gemacht hat; mich hingegen erschrecken die aus dem seichten Wasser herausragenden „Stüdeln“. Uns kommt ein Dinghi entgegen mit zwei Helfern aus der Marina. Herzliches Willkommen! Wir wollen zuerst zur Tankstelle, um wieder nachzufüllen. Kein Problem. Wir folgen ihnen in die brandneue Marina. Getankt ist schnell und natürlich etwas teurer als in Rio Grande do Sul. (Dort war es ja auch Diesel Comun, während es sich hier um Premium handelt. Differenz: R$-.41 = -.10c )

In der Marina selber hat es noch Platz genug und trotzdem bereue ich wieder mal, kein Bugstrahlruder zu haben. Die Marineros, gewohnt an die Motorboote, verstehen meine Manöver nicht. Aber es klappt mir ihrer Hilfe ganz manierlich.

Wir sind angekommen! Unser Entscheid war richtig. Das was wir sehen gefällt uns auf Anhieb. Es ist Samstag, die Sonne scheint, im gestylten Restaurant herrscht Betrieb. Die Stadt und die Einkaufsmöglichkeiten sind „vor der Haustür“. Wir bereiten uns auf ein ruhiges Wochenende vor. Die Duschen sind pieke fein und das Ambiente auch. Der Grundpreis ist diesbezüglich fair und je länger man bleibt, desto grösser ist der prozentuale Nachlass – wir werden u.a. **) wegen Wetterkapriolen – davon profitieren.

Obwohl luxuriös, handelt es sich hier um eine private Marina, die wohl Motorboote im Visier hat, aber sich auch um Segler bemüht (Volvo Ocean Race und andere Wettfahrten). Zudem ist Roberto der Operational Manager der Marina selber Segler und zeigt auch seine Bereitschaft zu unterstützen wo es nur geht. (s. dazu Log_23_Juni 16_ Marina Itajai)

Wir nutzen die Nähe zu Blumenau, der „deutschesten“ Gemeinde Brasiliens und Ort des zweitgrössten Oktoberfestes nach München, für einen Ausflug in diese wunderschöne Gegend. Bei unserer Fahrt durchs Landesinnere besuchen wir spontan ein lokales Rodeo bevor wir Florianapoli und die Ilha Santa Catarina mit den wunderschönen Stränden besuchen. Siehe dazu einen ausführlichen Bilderbericht im Fotoalbum.

Nach der Rückkehr und bereit für die Weiterfahrt stellen wir bei Margna einen Infarkt (nein nicht am Motor!) fest, der sich mit einem einfachen Stent nicht lösen lässt. Also muss sie sich auf dem Trockenen eine grössere Operation über sich ergehen lassen. Mit einem Noteingriff innerhalb von 24h bringe ich, unter hilfreicher Anweisung eines ortsansässigen Spezialisten, zwei Bypässe an und dann funktioniert das für den Komfort so (lebens-)notwendige Teil wieder – ja, ist besser als neu!

 

 

1.-3.7.16_ Grau in Grau nach Santos

4 SantosDann beobachten wir wieder die wechselnden Wind- und Strömungsrichtungen. Es ist zwar äusserst angenehm in dieser Marina und die Hafenstadt ist kulinarisch, vor allem was frischen Fisch und Meeresfrüchte anbelangt, Spitzes. Zudem verfügt der Nachbarort in der angrenzenden Bucht, Balneario Camboriu, über einen breiten, sauberen und einladenden Strand, an dessen Ende eine Luftseilbahn über einen bewaldeten Hügel zu einem weiteren Traumstrand führt. Aber auch Navigantes, auf der gegenüberliegenden Seite des Hafenkanals wäre spannend zu entdecken (Brasilien pur), aber …. wir wollen weiter.

Es ist zwar nur ein „Katzensprung“ bis nach Santos, 220 Seemeilen, also zwei Tage und Nächte ohne „Ghetz“, also wollen wir auch keinen künstlichen Stress mit unvorteilhaftem Wind. Zudem gäbe es auf dieser Strecke durchaus die Möglichkeit für Zwischenhalte, allerdings dann auch einen noch etwas ungünstigeren Winkel gegen den doch immer wieder einsetzenden Nordoster. Die Süddepressionen hingegen drehen grundsätzlich spätestens auf der Höhe von Florianapolis nach Osten/Südosten ab und entfalten in der von uns zu bewältigenden Strecke keine wirklich unangenehmen Verhältnisse mehr.

So entscheiden wir denn auch, dieses Mal vor einer neuen aus Süden heranziehenden Störung los zu segeln. Der Grund: Es ist dann wärmer, als nach dem Durchzug, wenn dann zu dieser Jahreszeit die Temperatur doch nachts wieder gegen 15° fällt – ja man wird verweichlicht.

So ziehen wir los, bei leichten Winden aus unterschiedlichen Richtungen. Die Temperatur ist angenehm, obwohl, aufgrund der angekündigten Kaltfront, extrem dunstig. Dann, am zweiten Tag fällt der Wind zusammen und das Meer wird bleiern flach. Am Horizont, der nicht mehr auszumachen ist, verschwimmen Meer und Himmel, grau in grau. Die Sicht, vor allem Nachts mit den Lichtern der Schiffe, ist akzeptabel. So tuckern wir dann den grauen Tag und die Nacht – und riskieren wieder, viel zu früh in diesem grössten kommerziellen Hafen Brasiliens anzukommen. Das will ich vermeiden und so drehen wir gegen Morgengrauen, das man als solches nur am etwas stärker werdenden Licht erkennt, in der weit einladenden Bucht noch eine Ehrenrunde. Es ist Sonntagmorgen und es herrscht deshalb nur beschränkt kommerzieller Verkehr. Es hat dafür viele Freizeitfischer und eine Unzahl an Fähren für Passagiere wie auch Autos in Ermangelung einer Brücke oder Tunnels. Wir wundern uns, wie ein so grosser Hafen eine doch relativ enge und trickreiche – für Grossschiffe – Einfahrt hat. Kurz nach der Einfahrt und dem Hauptfährsteg zweigen wir nach rechts in den grosszügigen altehrwürdigen Iate Clube de Santos ein. Grad voraus die Tankstelle – wir füllen auf. Der Verbrauch war gering, bei der flachen See und dem schiebenden Strom.

Man verweist uns ins gegenüberliegende Marinabecken, „dort wo die Segler sind“. Wir sehen nur riesige Motorboote – ah ja, da hat es ein und dort ein anderes. Wir sind richtig. Aber wie kommen wir nun von unserem kleinen Boot auf die hoch oben auf Stelzen liegende Mole? Zudem liegen die hinteren Posten unseres Platzes so weit auseinander, dass Cowboy Sailtechnik angewandt werden muss. Mit Hilfe des bereitstehenden Wachpersonals gelingt es uns schliesslich, Margna festzubinden.

Das Marina Büro ist natürlich geschlossen und auf der gegenüberliegenden Seite. Es verkehrt aber auf Verlangen Tag und Nacht eine Marina eigene Fähre. Wir wollen uns aber nicht stressen. Es ist Sonntag – Zeit für den traditionellen Sonntagsbrunch und ausruhen – nichts tun. Eine Dusche wäre aber doch noch fein, der Aufwand auf die andere Seite zu gelangen schien uns dann doch zu viel. (Wir stellten später fest, dass die Duschen piekfein sind, mit Seife und Shampoo, schneeweissen flauschigen Handtüchern mit aufgesticktem Emblem (!) und Haartrockner. Nun denn, wir haben alles (fast) auch. Dazu brauchen wir aber noch 220V für den Haartrockner. Ich hangle mich an Land, begutachte die elektrischen Anlagen und bin geschockt. Da wage ich mich nicht dran. Kästen hangen an Kabeln und aus einzelnen Kasten ragen blanke Drähte. Ich bin ja kein Muni!

Da die Sonne sich nun durch das grau frisst, die Temperaturen angenehm sind und wir dank der Motorleistung über viel heisses Wasser verfügen, duschen wir auf der Heckplattform. Margna braucht keine Dusche. Neptun hat nicht an Deck gespuckt. – Dann geniessen wir ein wunderbares Frühstück und faulenzen den Rest des Tages. Gut, wir bereiten uns auch vor, von hier aus einen Ausflug nach Sao Paulo, etwas über 50 km entfernt, zu unternehmen. Das ist der Hauptgrund, weshalb wir hier in diesem kommerziellen Hafen auf der Industrieseite festmachen. Margna braucht dann dringend eine Dusche bevor wir wegsegeln. Alles steht vor Dreck und auch im Innern, auch in unseren Lungen, macht sich dieser aktive Hafen bemerkbar.

Der Ort Santos ist aber geschichtsträchtig, hat natürlich auch schon bessere Zeiten erlebt (Kaffeeboom) und ist in gewissen Gegenden nicht ganz ungefährlich. – ABER, Santos verfügt über einen schöneren Strand als die Copacabana. Als dies ein lokaler Taxifahrer stolz erklärt, entfährt mir ein Lächeln. Prompt macht er einen Umweg und führt uns nicht direkt zur Capitania dos Portos, sondern dem Strand entlang UND er hat recht! Im Gegensatz zur Copacabana hat es hier viele Palmen und einen wunderbaren Park dem Strand entlang, der diesen von der Stadt wohltuend abtrennt. Und an schönen Tagen ist er ebenso lebhaft wie in Rio. Das wusste ich nicht.

Auch wusste ich nicht, dass eine Eisenbahn, Santos mit Sao Paulo (Sao Paulo liegt nur etwa 60 km vom Meer entfernt, aber auf einem Hochplateau von 800m) verbindet und dabei auf einer Strecke von ca. 9 km eine Höhendifferenz von über 700 m überwinden muss. – Wir erkundigen uns nach Passagierverkehr nach Sao Paulo, werden aber enttäuscht. Dieser wurde nach dem Konkurs 1996 eingestellt und heute wird ein effizientes und komfortables Bussystem betrieben. Trotzdem wäre diese Geschichte etwas für meinen Freund Heinz den ehemaligen Lockführer. So nehmen wir den Bus und sind von der Autobahn und dem Ausblick über die mit undurchdringlichem Regenwald bedeckten steilen Abhänge in die Bucht von Santos beeindruckt. Allerdings mehr beeindruckt oder beängstigt hat uns der dichte Lastwagenverkehr mit zum Teil abenteuerlichen Gefährten auf dieser steil abfallenden Route mit gewaltigen Lasten.

Siehe dazu Bilderbericht unter Fotoalbum: „Sao Paulo das New York Südamerikas“

Zurück von Sao Paulo finden wir Margna grau vor. Was hält uns noch hier? Das Kaffeemuseum haben wir besucht und den wunderschönen Strand auch. Natürlich gäbe es auch hier noch viel zu erleben. Dieser Ort, vor allem auch die auf der gegenüberliegenden Seite von Santos liegende Cidade Nautica/Guaruja, da wo wir im Iate Clube sind, ist authentisch und lebendig.

Bis nach Ilhabela sind es etwas über sechzig Seemeilen und bis zur Ilha Grande/Parati grad nochmals so viel. Wir brauchen also nur ein kleines Wetterfenster.

 

 

Dreizehnter (!)/14.7.16_ Der letzte Schlag direkt in die Bucht von Parati – angekommen im Paradies!

5 ParatiWir packen das erstbeste und kommen mit moderaten Winden gut voran. Sollen wir jetzt noch einen Zwischenhalt auf Ilhabela machen? Es soll dort sehr schön sein und ist sicher eine Alternative zum industrieverschmutzten Santos, denn auch von dort lässt sich Sao Paulo leicht erreichen. Wir entscheiden uns spontan, die Insel auf der Atlantikseite zu umschiffen und durch zu segeln. Dann könnten wir in 24 Stunden in der Bucht von Parati sein also morgens so um 10 Uhr.

Dann setzt der Nordwind etwas früher als vorhergesagt ein und wir segeln hart am Wind. Dadurch kommen wir weniger schnell voran als gedacht. Es ist aber schönes Segeln bei ruhiger See. So gegen 15:00h sind wir dann am Eingang der Bucht. Wir brauchen aber nochmals gut zwei Stunden bis Parati. Die Fahrt ist traumhaft schön. So wie viele Segler und auch Einheimische vorschwärmten. In der Abdeckung motoren wir zwar aber wie durch einen Binnensee. Immer wieder tauchen neue kleine Inseln auf, grün bewaldet oder es geht tief in Buchten hinein. Aus einer dieser Buchten bläst es uns dann mal kurz und kräftig seitlich in die Segel und zeigt uns, dass es hier – vielleicht vergleichbar mit dem Vierwaldstättersee – von allen Seiten mal die Hänge runterblasen kann.

Gegen Sonnenuntergang erreichen wir die innere Bucht von Paraty und finden die empfohlene Marina do Engenho des brasilianischen Antarktikseglers Amyr Klink sofort. Sein mächtiges Alu-Segelschiff ist auch von Weitem schon zu sehen. Es ist aber zu idyllisch, um in die Marina zu gehen und so beschliessen wir, vor einem kleinen mit Palmen und Bäumen umrahmten Strand vor Anker zu gehen. Es hat noch ein paar andere Ankerlieger, u.a. auch ein österreichischer Trimaran. Der Anker hält auf Anhieb und wir geniessen den Anleger- und Ankommens Trunk in traumhafter Umgebung.

Am nächsten Morgen ist die Umgebung im sanften Licht des neuen Tages noch umwerfender. Frühstück im Cockpit bei bereits warmen Temperaturen. Dann mache ich das Dinghi fertig und – der Motor streikt! Er war doch in Montevideo in der Revision und sollte wie neu sein, allein schon wegen des Preises. Nichts da. Er zeigt zwar Funktionswille, würgt dann gleich wieder ab. Resultat: Morgengymnastik und Teambildungsprozess. Es klappt recht gut.

Luiz der Marina Manager empfängt uns und gibt bereitwillig und kompetent Auskunft. Wir verständigen uns in Portinol und Englisch. Ja, wir können Margna ohne weiteres in der Marina unter Zollverschluss lassen. Er werde sofort die nötigen Papiere ausstellen, damit wir am kommenden Montag alles erledigen können.

Gut, so einfach ist das nicht. Die Policia Fédéral und die Receite Fédéral befinden sich in Anga dos Reis, zwei Autobusstunden von Parati entfernt. Parati selber ist mit dem Taxi 50 Reais (Einheitsstandard Preis) entfernt – nur etwa 10 Minuten! Die Capitania dos Portos hat eine Zweigniederlassung in Parati. Sie sind sehr freundlich, aber zeigten wenig Ahnung mit Fahrtenseglern zu haben. Nach zweimaligem Ausflug – infolge eines Missverständnisses – nach Angra dos Reis ist alles erledigt. Parati selber und die Umgebung überkompensieren diese Aufwände. Was immer in Reiseführern über Parati geschrieben wird – alles stimmt. Ein wunderbarer historischer Ort und einer der wenigen, der so erhalten blieb, zum Teil durch Zufälle.

Die Reise ist zu Ende. Wir bereiten Margna für vier Monate Abwesenheit vor. Dazwischen bleibt uns Zeit, die Gegend und vor allem Parati zu erkunden. Bootsnachbarn aus Brasilien führen uns in die kulinarischen Geheimtipps ein.

Von Parati nehmen wir den Bus nach Rio. Die Fahrt dauert dreieinhalb Stunden in einem der komfortablen Überlandbusse. Von Rio kehrt Irene nach Deutschland zurück, während ich das Ambiente der Olympischen Spiele in dieser Traumstadt aufsaugen möchte. Dann habe ich „Homeleave“ und freue mich auf die Schweiz, die Familie, Freunde und aufs Tourist sein.

 

 

 

21-Log_May – July 2016 – A sailing trip like “Dulce de Leite” from Montevideo to Rio de Janeiro

 

The individual legs can be read in the following chapters

4.-6.5.16 _ First leg from Montevideo to Rio Grande do Sul – a low level flight!

7.-31.5.16 _ “Waiting for Godot” in Rio Grande do Sul **

1.-4.6.16 _ From Rio Grande do Sul northwards to the warmth **

 1.-3.7.16 _ Grey in grey to Santos**

 13(!). – 14.7.16 The last leg directly into the bay of Parati – arrived in Paradise **

** For these chaptersText will –hopefully soon – follow in English. For those too busy I have put a picture-summary of this trip under “Fotoalbum” with short messages – like “whatsapp”!

 

4.-6.5.16 – First leg from Montevideo to Rio Grande do Sul – a low level flight

 

We glide through the flat sea, pushed by a light breeze from the south and a stream heading north. Already at midnight we are at Punta del Este and we choose to sail between the cap and Isla de Lobos, which automatically means slightly choppier sea due to the narrowness. Once in the open sea again we have to find our place between the big container ships and tankers that sail the coast up and down. Wind and waves are synchronous again, which means smooth sailing for us. The depressions from the south have turned the otherwise southwards flowing stream. This means that with only little winds we sail with between six and eight knots, sometimes assisted by the engine, when the wind is not sufficient to keep the sails steady in the otherwise pleasant swell. The first night with our three hours interval passes smoothly. At midday we have 150 miles behind us and cross the border to Brazil. We change the flags and put up the yellow Q flag for immigration. – We realize that we can be in Rio Grande do Sul already on Friday – after only two days! (Down we needed four!) We are euphoric but we know that these conditions have to prevail – and they do. We arrive Friday morning at ten and see the big ships entering the long harbour installations of this busy commercial port. The sea is unpleasant even though conditions are good; how would it bee in bad weather? I try to get in contact with one of the pilot boats to ask if we can file in between two biggies – but receive no answer. So we proceed cautiously and are overtaken shortly after entering by a really big container ship. This is impressive. But since the canal is wide and with our draft we sail outside the buoys we are relaxed. After ten miles we can turn left into a side canal that leads to the village of Rio Grande do Sul. Thanks to the existing tracks we master this part that is not clearly marked without any stress. It seems that this canal has been dragged lately and we do not, as the year before, get stuck in the mud. (Do not tell anybody!)

 

Because conditions are ideal we decide to stop at the gas station. Our stop draws attention and immediately there are helping hands who immediately investigate from where we are coming and where we intend to go. The gas station is for cars but serves passing boats also. Unfortunately, they do not have the barrel on wheels anymore, but a 50l plastic canister will do also. Quickly the diesel is passed from the barrel into the tanks (through a filter) by the help of a special tube with a hand pump device. Then we follow the quays, pass the Maritime Museum, where one can stay for free if one asks Lauro the Director of the Museum and leaves a nautical gift once one leaves. We easily enter the very secluded and calm marina of the Rio Grande Yacht Club.

 

Once safely attached to the pontoon and with a drink in our hands to celebrate our first leg, a small sailing boat turns into the marina with an outborder on its back. This is nothing unusual in this club until we see the national flag at its stern: Sweden! It is Maria and Modris, as we learn later, who have realized their dram of circumnavigating with their own sailing boat. Until they left they were not great sailors and for more room in their 9m boat they took out the engine and consider their outborder absolutely sufficient. The financial means they have they stretch by working here and there. For example: Last time in France they worked for an oyster farmer. They not only learnt a lot about oysters but also the local language – another goal they have. This is again one of these good examples how to realize a dream without claiming that the necessary financial means are not (yet) available – or other “good” excuses.

We spend some wonderful moments together, sometimes until the early morning hours. They want to sail south to Montevideo and later to Ushuaya and wait for good metrological conditions to do so, as we wait to head in the opposite direction. We all stay for a long time in Rio Grande do Sul!

 

 

Kategorie(n): Logbuch

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