Log_25_2017_Minus 40° C – Happy New Year!

(s. Fotoalbum zu diesem Logeintrag unter gleichem Titel)

(English Text follows – see also „Fotoalbum“ with same title)

Meine feste Absicht war es, am 29. Dezember 2016 nach Rio zu fliegen. Ich wollte an der Copacabana – gemäss den Gepflogenheiten ganz weiss angezogen – zusammen mit bis zu einer Million Zuschauern das Neujahresfeuerwerk bestaunen und anschliessende an der Riesenparty das neue Jahr bis in die Morgenstunden feiern. Als erstes musste ich feststellen, dass „meine“ Fluggesellschaft, die mich bei der Herreise nach Europa nach den Olympischen Spielen schon ver….- enttäuscht hatte, nun auch die Direktverbindungen nach Rio suspendiert hatte. Rio ist nur via Recife, Fortaleza oder Salvador zu erreichen. Ich buche deshalb wiederum früh – in Erwartung eventueller Änderungen – schon mal einen halbwegs sinnvollen Flug nach Recife am 24.1. – und beschliesse, gezwungenermassen Sylvester in der Schweiz zu feiern.

Dann nehmen die Dinge aber eine überraschende Wende: Man kennt meine mir durch die Tropenaufenthalte angeeignete „Warmduscher“-Mentalität und ich werde diesbezüglich immer mal wieder herausgefordert. Zum Beispiel mit einem Bad – am 2. Oktober (!) – in einem romantischen Moorsee in der Ostschweiz, dem ich dann allerdings ohne sichtbare Schäden wieder entsteige. Dies führt dann zu einem weiteren „Challenge“, die ersten Tage des neuen Jahres beim Hundeschlittenfahren in Lappland zu verbringen. Natürlich steht das meinem ursprünglichen Ansinnen diametral gegenüber, jedoch bin ich grundsätzlich für Herausforderungen immer noch zu haben. Also warum nicht in die Kälte?

Schon bei der Vorbereitung und dem Kauf empfohlener Kleidungsstücken (die ersten drei Schichten muss man selber mitbringen. Die Schneestiefel, der Overall, die übergrossen Fäustlinge und die Mütze werden vom Organisator gestellt.) überkommt mich doch leiser Zweifel über meine spontane Zusage.

Aber schon befinden wir uns, am letzten Tag des Jahres, in einem Direktflug von Zürich nach Kittilä, finnisch Lappland – nördlich des Polarkreises! Die Landung erfolgt am Nachmittag, und es ist Nacht, in tief verschneiter Landschaft. Der Hitzeschock beim Verlassen des Flugzeugs in Brasilien ist allerdings grösser, als die kalte trockene Luft, die wir beim Verlassen des Flugzeugs hier einatmen. Über festgewalzten Schnee marschieren wir ins Flughafengebäude. Dort werden wir schon vom Fahrer der Lodge erwartet. Als unser Grüppchen von sechs Leuten vollzählig ist fahren wir per Bus über schnurgerade schneebedeckte Strassen durch gezuckerten Tannenwald; das entspricht genau dem, was ich – früher, in jungen Jahren! – immer mal tun wollte. Nach einer knappen halben Stunde sind wir am Ziel. Die Lodge ist ein solider grosszügiger Blockhüttenbau, heimelig und warm. Es scheint, als sei das Haus ausgebucht. Im Foyer warten unzählige Gruppen, vornehmlich aus Deutschland, der Schweiz und Österreich auf erste Informationen. Die Zimmerzuteilung erfolgt vom Los bestimmt und vor der Tür stünden Overalls und Schuhe bereit. Wir sollen diese noch vor dem Nachtessen ausprobieren und notfalls umtauschen. Lieber zu gross als zu klein lautet das Motto. Ich tausche sowohl Overall als auch meine Schuhe nochmals um eine Nummer grösser; die Veranstalter hatten unsere Angaben bereits um eine Nummer erhöht! So aber ist es dann perfekt.

Zum Nachtessen treffen wir zum ersten Mal mit den übrigen vier Teilnehmern unserer Gruppe zusammen. Es sind zwei Einzelreisende (Franzi und Alex) und ein Paar (Katja und Christoph), alle aus Deutschland. Warum wir nicht einer Schweizer Gruppe zugeteilt wurden, vor allem derjenigen aus Zürich, ist uns schleierhaft – aber wie es sich herausstellen wird, haben wir ein Glückslos gezogen. (Nein, nein, Dani – ich habe nichts gegen Züricher … oder besser: Auch du, selber Züricher, hättest dich da nicht wohl gefühlt!!) Die Zusammensetzung unserer Gruppe hingegen ist ideal: Sie alle könnten eigentlich unsere erwachsenen Kinder sein. Wir fühlen uns auf Anhieb wohl und geben uns beim Sprechen auch speziell Mühe. Im Gegenzug kommt dann auch keine Bemerkung im Sinne: „Ich wusste gar nicht, dass ich so gut Schweizerdeutsch verstehe.“

Das Nachtessen: Gruss aus der Küche mit frischem Brot, Suppe, Hauptgang und Nachspeise ist reichhaltig, gut und aus frischen Zutaten lecker zubereitet. Die Zeit ist inzwischen schon fortgeschritten und irgendwann macht der Ausruf „Nordlichter“ die Runde. Einzeln oder in Gruppen begeben wir uns nach draussen. Auf dem zugefrorenen See bietet sich einem eine wunderbare Rundum-Sicht und tatsächlich: Ein Spektakel zeichnet sich am Himmel ab – das Feuerwerk von Rio könnte nicht schöner sein. Dazu die grossartige Landschaft, die sich im faden Lichte erahnen lässt und diese Stille – gedämpft durch den pulverigen Schnee – magisch! Wir vergessen die Zeit und spüren auch die Kälte nicht. Da wir allerdings am nächsten Tag relativ früh aufstehen müssen, um eine Einführungstour mitzumachen, verschieben wir das Anstossen auf den folgenden Abend und kriechen gleich in die warmen Betten. Ein riesiges Fenster gleich beim Bett gibt den Blick frei in eine tiefverschneite Waldlandschaft.

 

 

Die Einführungstour:

Nach einem reichhaltigen und feinen Frühstück das keine Wünsche offen lässt, ziehen wir die vier Kleiderschichten übereinander, versuchen dabei die Balance zu halten beim Einsteigen in die riesigen „Mondschuhe“, ziehen die Fäustlinge über die Fingerhandschuhe und stülpen die Pelzmütze auf den Kopf. Jetzt aber nur noch raus! Und die Kälte empfinde ich in diesem Moment als wohltuend! Noch etwas länger an der Wärme und es hätte aus meinem Overall gedampft. Die Temperatur liegt bei „angenehmen“ -12° und es ist natürlich noch dunkel – oder sagen wir aufgrund des Schnees: kurz vor Morgengrauen. Wir besteigen den Bus und sind dankbar, dass die Heizung auf Minimum geschaltet ist. Wir fahren eine Viertelstunde über die verschneite Strasse zum Hunde- und Schlittenzentrum am Rande des Naturschutzgebietes, das wir erkunden werden. Dort wird unsere Sechsergruppe von Ben, einem „Jüngling“ von unter 30 Jahren in Empfang genommen. Er ist Franzose und hat nach seinem Studium beschlossen, ein paar Jahre hier zu arbeiten. Er spricht sehr gut Englisch. (Vermutlich ist das der Grund, dass wir in seiner Gruppe sind, haben wir doch bei der Verständigungssprache auch Französisch angegeben – nur kamen keine nur französischsprachigen Gäste; so war die Unterhaltung in Englisch und Deutsch.) Er führt uns zu seinem Hunde-Kennel und stellt jedem von uns seine Vierergruppe namentlich vor. Anschliessend erklärt er uns den Schlitten und seine Funktionsweise: 1. Gebot: Immer drauf bleiben – NIE los lassen, unter keinen Umständen! (Ich hab mich nach einer zu eng gefahrenen Kurve über Verwerfungen – wer immer Schuld war – auf dem zugefrorenen See mal eine Weile mitschleifen lassen, bis ich wieder auf den Kufen stand; NIE los lassen! – Anscheinend, wie ich später vernahm, war ich nicht der einzige.) Man steht mit seinen riesigen klobigen Schneestiefeln auf den hinteren zwei schmalen Kufen. Zwischen diesen sind zwei Bremssysteme angebracht: Das eine ist wie eine aufgeraute Gummimatte, auf die man notfalls auch mit beiden Füssen stehen kann und die so den Schlitten bei kleineren Gefällen sanft abbremst. Führt der Trail steiler bergab, liegt darüber ein Zackeisen, das in den Schnee/das Eis gerammt werden kann. Dieses dient dann auch zum definitiven Anhalten, wobei der Schlitten dann noch durch einen eigentlichen Anker an einem Seil, der tief in den Schnee getrieben wird, zusätzlich gesichert wird. Aber um wirklich sicher zu stellen, dass die aktiven Hunde den Schlitten nicht doch in Bewegung setzen – ihr innerster Antrieb ist die Bewegung, der Zug am Schlitten, das Rennen und das Folgen des Führungsschlittens – wird dieser zur Seite gelegt. Toll aber ist, dass es nur zwei Kommandi gibt: 1. „Halt“ (dazu wird gleichzeitig die Hand erhoben, um dem hinteren Schlitten anzuzeigen, dass man anhält). Und 2. „O.K.“, worauf die Hunde los stürmen. Da ist es dann von Vorteil, wenn sich der Fahrer/die Fahrerin schon sicher und solide auf dem Schlitten steht – nachdem man mühsam den Anker aus dem Schnee gezerrt und gesichert verstaut hat; mit beiden Händen sofort fest festklammern! So das wär’s, sagt Ben und dann: „Ah, noch: Die Hunde gewinnen Vertrauen über Zeit in die Fähigkeiten des aktuellen Schlittenführers“ –  also zum Beispiel mich. „Sie verlieren dieses jedoch umgehend, wenn man den Schlitten nicht richtig beherrscht und in sie hinein fährt, sei dies, weil man nicht richtig bremst oder vom Schlitten fällt“. In einem solchen Fall stürmen sie einfach weiter bis zum Führungsschlitten, wo sie halten – und dann fährt der von ihnen gezogene Schlitten ungebremst in sie hinein. Das vergessen sie einem nie, ganz abgesehen davon, dass dies zu schweren Verletzungen führen kann. – So, damit sind wir gewarnt und die zwei simplen Kommandi bekommen dadurch eine ganz andere komplexere Bedeutung.

Mit dieser Einführung zeigt uns Ben, wie man die Hunde, die jetzt noch an einer langen Kette zwischen zwei Bäumen angebunden sind, fachmännisch angeschirrt. Auch dabei muss man den Kopf bei der Sache haben. Viele Dinge gilt es zu beachten, allein schon, wer der Leithund/die Leithündin ist, wer zu wem passt und in welcher Reihenfolge eingespannt werden muss. Die Hunde sind extrem zahm bis anhänglich – bis sie angespannt sind und sie ahnen, dass es jetzt jeden Moment los gehen kann. Dann springen sie laut kläffend und voller Energie in die Seile, um sich selber zu motivieren aber auch, um sich gegenüber den anderen abzugrenzen und zu behauptend. Eben so, wie an einer ganz normalen Führungssitzung!

Alles ist eingespannt. Ben gibt uns die allerletzte Anweisung, nämlich, dass wir umgehend mit kleinstem Abstand losfahren sollen, da die übermütigen Hunde bei zu lange Zögern mit ihrem Geschirr durchaus durcheinander geraten können und das ist dann eine gröbere Arbeit, diese wieder in die richtige Reihe zu stellen. Los geht es also in einem Affenzahn durchs enge Tor hinaus in den Wald hinein auf einen relativ schmalen vorgespurten Pfad. Sich die Schönheit der Natur ansehen? Vergiss es! Volle Konzentration ist angesagt! Denn die Hunde haben besonders am Anfang noch ganz natürliche Bedürfnisse. Beginnt einer im Laufen den Rücken zu krümmen muss umgehend das Kommando: „Halt“ erschallen, eine Hand muss nach oben schiessen, um den hinten folgenden Schlitten zu warnen und natürlich muss sofort die Bremse eingefahren werden– alles gleichzeitig! Die Sache ist dann ziemlich rasch erledigt und schon springen sie wieder in die Seile, noch immer voller ungestümer Energie. „OK“ und festhalten, der Anzug der vier HS (Hundestärken) ist erstaunlich – aber schon krümmt sich der nächste. Wieder los, Kurve, leichtes Gefälle, bremsen, leichte Steigung: Es folgt der vorwurfsvolle Blick des Leithundes nach hinten: „He Alter hilf mal ein bisschen mit!“ Dann wird „Trottinett-gefahren“, das heisst, mit einem Bein gebe ich Schubhilfe. Nach einer gewissen Zeit beginnt’s im Overall warm zu werden – dann tritt Dampf aus! Die Beine schmerzen von der ungewohnten Bewegung und dann – wird’s noch steiler: Was hat Ben gesagt? Leichter Laufschritt! Gesagt getan. Die Lunge pfeift, die Kälte ist einer Hitze gewichen. Die Brille beschlägt sich. Endlich oben. Jetzt nur den Anschluss nicht verpassen und sofort – sofort! – aufspringen, sonst fährt der Schlitten, nun ohne Last, rasant davon. Lange geht die Erholungsphase allerdings nicht. Dann geht’s wieder nach unten und die Bremsen müssen sinnvoll eingesetzt werden. Kurve! Richtiges Hineinliegen. Macht man es falsch oder zum falschen Zeitpunkt gerät der Schlitten zumindest mit einer Kufe in den Tiefschnee neben dem knapp schlittenbreiten Trassee und wieder kommt der vorwurfsvolle Blick des Leithundes! Nein, er schüttelt nicht mit dem Kopf, der Blick genügt. So sind wir vier Stunden unterwegs ohne nennenswerte Stopps. Erholungsphase? Tee trinken? Ausgeschlossen! Gegen Ende bin ich leicht genervt, vergleiche diesen Ausflug mit einem Marsch im Militärdienst oder einem Segeltörn. Bei beiden gilt die eiserne Regel, in regelmässigen Abständen Halt zu machen, etwas zu trinken, eventuell zu essen – sich zu erholen. Ich schreibe das dem jugendlichen Alter Ben’s zu und nehme mir vor, wenn wir uns dann auf die viertägige Tour begeben, ihm diese Verhaltensweise gleich zu Anfang bilateral ans Herz zu legen.

Wie sich herausstellen soll, ist dies nicht nötig. Einerseits machen wir während den 4 – 6 Stunden-Touren von Hütte zu Hütte immer wieder kleine Stopps, allein schon um den Hunden die sich bildenden Eisklümpchen zwischen den Pfoten heraus zu klauben (ohne Handschuhe versteht sich), aber auch um ab und zu einen Schluck Tee zu trinken. Zuviel zu trinken ist aus offensichtlichen Gründen, besonders für die weiblichen Teilnehmer, nicht ratsam. Sich nämlich für persönliche Bedürfnisse vom Trail zu entfernen, um hinter eine Tanne zu gelangen: Fast unmöglich! Sobald man neben den vorgespurten Pfad tritt, versinkt man bis zum Oberschenkel im Tiefschnee. Und dann, allein der Gedanke an die vier Schichten Kleider hält einem vom zu vielen Trinken ab. Zudem stellen wir auch fest, dass zu langes Verharren an einer Stelle unweigerlich dazu führt, dass man zu frieren beginnt. Also wieder los und bewegen! Wenn einem wirklich zu kalt wird – es aber immer noch schmerzte (= gutes Zeichen!) weist einem Ben sehr bestimmt an, im Tiefschnee eine grosse Null oder Acht zu schreiben. Dann hat man unweigerlich wieder warm! Beruhigend ist zu beobachten, dass auch Ben, vor allem als die Temperaturen Spitzentiefwerte erreichen, sich selber ab und zu den Tiefschnee verschreibt.

Heute kommen wir als letzte Gruppe zum Camp zurück. Dann heisst es erst die Hunde aus dem Geschirr befreien und an die Kette legen. Und erst dann gehen wir in eine Art grossen Holziglu für eine warme gehaltvolle Suppe. Es ist jetzt Spätnachmittags und seit dem Frühstück haben wir nichts mehr gegessen. Tut das gut! Der Bus bringt uns zurück zur Lodge. Das Herausschälen aus den vier Schichten ist eine Übung für sich. Umso mehr schätzen wir die anschliessende warme Dusche und ein kleines Erholungsnickerchen vor dem Nachtessen. Wie sich später erahnen lässt, diente dieser erste Testlauf dazu festzustellen, ob alle Teilnehmer – vor allem die älteren Semester – den Anforderungen einer viertägigen Tour gerecht werden. Gut, wir haben auch nicht die leichteste Tour Variante gewählt und die obere Altersbegrenzung liegt bei 70!?

Heute Abend stossen wir unten am See beim Eisloch der Sauna aufs neue Jahr und das bevorstehende viertägige Abenteuer an!

 

 

Die viertägige Tour von Hütte zu Hütte – über ungefähr 150 km:

Jetzt gilt es ernst. Wir verstauen die uns zugestandenen 6kg persönliches Gepäck (!) auf dem Schlitten. Hinzu kommt individuell entweder ein tiefgefrorener Fleischblock von 20 kg in Folie gepackt, Trockenfutter für die Hunde oder unser eigener Proviant für vier Tage. Die vier Hunde ziehen so gegen die 200 kg und das vier Tage lang bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 10 km/h – eine Geschwindigkeit wie mit dem Schiff! Wie wir feststellen, hatte Ben eine klare Vorstellung welche Hunde zu wem passen und wie er dadurch für alle eine ähnliche Reisegeschwindigkeit erreicht, trotz unterschiedlichem Können, Gewicht und Konstitution.

Den Hunden die „Gschtältli“ anziehen geht schon recht flott. Man hilft sich auch gegenseitig, wobei da eine bestimmte Reihenfolge eingehalten werden muss. Denn ist der Leithund einmal eingespannt, geht das Gebell und Gezurre los. Ben schiesst mit seinem Sechsergespann aus dem Tor und wir in kurzen Abständen hinterher. Dieser erste Tag von gut 40 km, d.h. mit den Unterbrüchen gut 5 ½ Stunden Fahrt, ist so anspruchsvoll wie der Vortag. Anstiege und Abfahrten wechseln sich ab. Konzentration und sich an die guten Ratschläge von Ben erinnern lässt die Zeit schnell verstreichen, ohne dass man von der märchenhaften Winter-Landschaft die wir durchfahren allzu viel mitbekommt. Hart ist es, bei den kurzen Stopps jeweils die Hundepfoten von den sich dort ansammelnden Schnee- und Eisklümpchen zu befreien. Das gibt klaube Finger und man fragt sich anschliessend, ob man da unter der tiefgefrorenen Plache des Schlittens noch nach dem Tee suchen soll – zudem siehe oben! Nach dem Morgengrauen ist es für den Rest des kurzen Tages wie wenn jeden Moment die Sonne aufginge – aber sie tut es nicht. Dann beginnt es einzudunkeln – und wir kommen an. Die Hütte steht leicht erhöht aber es gilt, erst die Hunde zu versorgen. Aus dem Schlitten wird ein Sack mit einer vereisten Kette herausgeklaubt. Diese wird mittels besonderer Hacken und Ösen zwischen zwei geeigneten Bäumen festgebunden. An der Stammlinie laufen jeweils sechs versetzte Ketten weg mit Karabinern dran. An diese werden die Hunde – in der richtigen Reihenfolge – festgebunden. Das gibt noch klammere Finger! Anschliessend erhält jeder Hund ein Ration Trockenfutter, so als Apéro. Zu trinken brauchen sie nichts. Wenn sie Durst haben, fressen sie Schnee – auch während des Trabs. Erst nach diesem Ritual geben sie Ruhe, kringeln sich in einer Schneemulde ein und sind still. Wir packen unsere kleinen Rucksäcke und begeben uns zur Hütte. Einige feuern den zentralen Ofen an, andere die Sauna, wieder andere hacken Holz oder holen im Eisloch Wasser. Derweil bereitet Ben eine Suppe zu. Die schmeckt! Langsam gibt es in der Hütte auch keine Hauchwölkchen mehr beim Ausatmen. Wir können uns langsam auspacken. Der Raum ist jedoch nicht gross. Es stehen acht Doppelstockbetten drin, ein langer Tisch und eine Küchennische. Dazu sind überall Leinen gespannt, damit man die verschiedenen Utensilien aufhängen kann. Da alle die gleiche Grundausrüstung haben, tut man gut daran, sich „seine“ Ecke zu merken. Einmal aus den dicken Overalls und den Elefantenschuhen herausgepellt bleibt nicht mehr viel Platz ausser auf seinem eigenen Bett. So muss es in einem U-Boot sein. Es breitet sich eine wohlige Wärme und Müdigkeit aus. Zeit für Gespräche, ein Nickerchen oder für Hartgesottene die Sauna. Diese wird wohl warm – bis heiss auf den oberen Stufen, unten bekommt man weiterhin kalte Füsse. Natürlich gibt es keine Dusche, also bleibt entweder das Eisloch im See oder der Schnee. Ich geniesse dieses Ritual ein Mal für die Folklore! (Das Eisloch hat niemand genutzt – Warmduscher!)

Vor dem Nachtessen werden die Hunde noch richtig gefüttert. Dazu wird der 20 Kilo Fleischklotz mit der Axt zerhackt und jeder Hund erhält, unter Anweisung von Ben, seine Ration. Erst dann machen wir uns ans Nachtessen. Das heisst Ben bereitet das Essen zu. Ben ist ein ausgezeichneter Koch. Er ist ja schliesslich auch Franzose! Wir möchten ganz gerne helfen. Erst nach längerem Zögern erfahren wir, dass sich anscheinend Gäste (Zürcher? – ich weiss, ich bin unfair) beschwert hätten, dass sie nach einem anstrengenden Tag auch noch ihr Essen hätten selber zubereiten müssen. Wir können Ben einstimmig überzeugen, dass dies in dieser Gruppe nicht der Fall sei und von da an können wir ihn auch etwas entlasten. Er trägt schliesslich zusätzlich die Gesamtverantwortung für die 31 Hunde, nicht nur fürs Fressen, sondern auch für generelle Fürsorge, besonders als die Temperaturen auf -40° fallen. Zudem ist er während der Tour noch mehr als wir gefordert. Sobald etwas nicht reibungslos läuft ist er gefragt und gefordert. Zum Beispiel: Bekundet ein Leithund Mühe, was sich sofort auf die Geschwindigkeit des gesamten Gespanns auswirkt, muss dieser gezielt ausgewechselt werden. Dies ist eine schweisstreibende Arbeit bei einer so langgezogenen Gruppe. Oder bei einer Abzweigung, wenn seine Hunde seine Anweisungen zu spät befolgen, muss er sein Gespann durch den Tiefschnee (!) in weitem Bogen zur anderen Spur bringen (auf der Stelle umdrehen ist unmöglich); wir anderen können rechtzeitig bremsen und der Tiefschnee bleibt uns und den Hunden erspart.

Nach jedem feinen Nachtessen ist deshalb ziemlich rasch Bettruhe. Der Ofen bullert noch, so ist es in den oberen Etagen tropisch warm – selbst für mich zu tropisch – während unten die Temperatur im Schlafsack grad angenehm ist. Dies ändert sich dann während der Nacht und am Morgen sind die unteren Etagen bereits „angekühlt“. Gut, wenn man seine Innenschuhe in die Höhe gehängt hat, so sind morgens schon mal die Füsse warm und das ist schon die halbe Miete. (Erinnert mich sehr stark an meine Militärdienstzeit im Iglu) – Anmerkung: Auch am Abend überlegt man sich zwei Mal, ob man nebst der Suppe und dem warmen Tee noch viel trinken will. Das stille Örtchen liegt ausserhalb der Hütte, erreichbar durch den knirschenden Schnee. Es sind einfache und sehr saubere Einrichtungen und dank den tiefen Temperaturen absolut geruchsneutral. Trotz der beschränkten Anzahl dieser Einrichtungen gibt es nie Staus, den die Umschlagsgeschwindigkeit ist in direkter Korrelation mit der Aussentemperatur!

Die Hütte wird am Morgen vor der Weiterreise wieder in ein empfangsbereites Refugium verwandelt, d.h. die Asche aus dem Ofen entfernt und mit frischem Holz so vorbereitet, dass ein Streichholz genügt. Wasser wird für die erste Suppe bereit gestellt und genügend gespaltenes Holz in der Hütte gelagert. Der Hundekot wird in die dafür vorgesehenen Behälter geworfen (auch hier dank der eisigen Temperaturen kein wirkliches Problem) und dann geht es ans Angeschirren der Hunde. Die Kette wird wieder in den Schlitten verpacken, die eigenen vier Sachen dazu gelegt und es kann los gehen in derselben Reihenfolge wie am Vortag. Über die vier Tage spielt sich das ganz automatisch ein und wird immer routinierter.

Ben hat uns zusätzliche Verhaltensweisen eingebläut, da die Temperaturen nun in der Spitze auf – 40 Grad fallen werden. (Solche Tiefsttemperaturen sind so ungewöhnlich wie in unseren Breiten die Tropentage.) Das interessante dabei ist, dass diese Spitzenwerte nicht nachts erreicht werden, sondern während des „Tages“. Mir ist noch nicht ganz klar warum, aber Alex unser wandelndes Lexikon in der Gruppe und Top-Fotograf hatte da so eine Idee, die ich gerne mal etwas vertiefter ansehen möchte. – Wichtig ist auf jeden Fall, dass man sich frühzeitig meldet, wenn einem zu kalt ist und zwar noch zu einem Zeitpunkt wo man es noch als Schmerz wahr nimmt, die Gliedmassen also noch spürt. Bewegung und Tiefschneerennen helfen, aber auch „Trottinett-Fahren“ und leichter Laufschritt!

Schwierig ist das auf den nun langen Passagen auf den zugefrorenen Seen. Diese sind natürlich flach und das Tempo ist zu hoch, um da noch mitzurennen. Glücklicherweise bläst aber zu unserer Zeit kein Wind. Das wäre mörderisch gewesen. – Wir halten alle bestens durch. Einige leiden etwas mehr als andere und selbst die hartgesottene Kalt-See-Schwimmerin spürt die Kälte – eine beruhigende Erkenntnis für mich. Mir selber hat die Kälte nicht übermässig zugesetzt. Sie war trocken und somit leichter zu ertragen als das feuchtkühle Wetter in der Übergangszeit in der Schweiz. Glück hatten wir, dass kein Wind, ausser Fahrtwind, die Kältewahrnehmung verstärkte und dass wir nur eine kurze Etappe vor uns hatten, als der Spitzentiefstwertwert erreicht wurde. Aber es ist in jedem Fall eine Herausforderung. – In einer Parallelgruppe erleiden zwei Frauen seriösere Erfrierungen an den Händen und müssen frühzeitig „abgeborgen“ werden. Sonst gab es keinen nennenswerte Ereignisse, was für die Qualität der Veranstalter spricht.

Mit der Zeit ist man auch in der Lage, die Umgebung wahr zu nehmen und die überwältigende Schönheit dieser eingefrorenen Natur aufnehmen zu können. Man beginnt, Trail zu spüren. Man wird eins mit seinem Hundeteam. Wohl ist Ben deren „Leithund“ und Master, aber mit etwas Glück und Einfühlungsvermögen / Durchsetzungskraft kann erreicht werden, dass man zumindest temporär als das Alphatier der Gruppe akzeptiert wird. Auch das ist ein spannender Prozess, ein Erlebnis!

Alle Hütten sind verschieden, aber alle vergleichbar in ihrer Einfachheit und Gemütlichkeit. Das Zusammenleben ergibt sich harmonisch – vermutlich nicht überall gleich. Bei uns empfand ich es als ausgesprochen angenehm. Auch hier sei der Vergleich mit dem Segeln erlaubt. Vier Tage „überlebt“ man noch relativ gut, allerdings mehr oder weniger gut, je nach Crew. Ich habe die vier Tage mit dieser „Crew“ sehr genossen und hatte den Eindruck, dass es allen ähnlich erging. Man nahm Rücksicht aufeinander, erledigte die Arbeiten ohne spezielle Aufforderung, ergänzte sich bestens und die unterschiedlichen Charaktere machten das gute Team aus. Ben als „Junior“ hat dazu einen entscheidenden Beitrag geleistet. Alle Achtung, denn es war für ihn die erste Saison, wie wir später erfuhren.

Am schönsten Ort, einer Hütte direkt an einem See mit Bergen im Hintergrund, erleben wir nochmals ein Nordlicht Spektakel der Superlative. Anscheinend ist dies eines der letzten Jahre einer Serie mit ausserordentlich intensiven Himmelserscheinungen. Deshalb auch der relative Ansturm auf diese Angebote. – Alex macht trotz eisiger Kälte (es waren nur -35° in der Nacht) fantastische Aufnahmen. Dabei muss er den Akku seines Apparates nach jeder zweiten Aufnahme wieder an die Wärme bringen, um dann zwei weitere  Aufnahmen schiessen zu können. Ganz grosse Leistung, vor allem wenn man weiss, dass Alex ebenso spektakuläre Aufnahmen unter Wasser in den Tropen aber auch in nördlichen Gewässern, ja sogar in Unterwasserseeen in verlassenen Gruben schiesst. Alex, ich bewundere deine Fähigkeiten und dein Talent auf so vielen Gebieten! (Viele der spektakulärsten Fotos habe ich von Alex übernommen, aber auch einige von andern Gruppenmitgliedern. Wir haben sie uns gegenseitig zur Verfügung gestellt.)

Wir kommen am vierten Tag rechtzeitig zum Schlittenhundezentrum zurück. Trotz Kälte und, ja auch, Strapazen, bedauern wir – oder zumindest ich -, dass wir schon zurück sind. (So ergeht es mir jeweils auch beim Segeln fern der Küste. Ankommen ist fast ein bisschen Bedauern, bei aller Freude des Ankommens und Entspannens.) Wir verabschieden uns von unseren Hunden und erhalten wieder eine warme Suppe, diesmal als eine der ersten Gruppen.

Beim gemeinsamen Nachtessen, Ben ist auch dabei, erfahren wir, dass nicht Ben die glückliche Hand bei der Routenwahl hatte, sondern, dass wir alle Glück hatten: Die längste und anstrengendste Etappe zu Beginn und die kürzeste am kältesten Tag. Die ungefähr acht Hütten werden von den verschiedenen Teams unterschiedlich angefahren. Die Zuteilung macht das Administrativzentrum. Wir hatten also Glück und eine wunderschöne Tour, von Ben bestens geleitet. Es war spannend, anspruchsvoll, wunderbar, atemberaubend schön, fordernd und mit viel positiven Eindrücken und Erfahrungen gespickt. Das Team war aus meiner Sicht harmonisch und ich habe mich zu jeder Zeit wohl gefühlt. Trotzdem lässt sich dieses Abenteuer durchaus mit meiner Militärdienstzeit (einzelnen Abschnitten) und speziellen Segeltörns vergleichen – durchaus auch im positiven Sinne.

Am nächsten Tag, dem Frei-Tag in wahrsten Sinne des Wortes, können wir aus verschiedenen Aktivitäten auswählen: Schneeschuh-Laufen, eine Rentier Farm besichtigen, den nahegelegenen Ort besuchen, Sauna, Nichtstun oder mit den „Senior-Hunden“ spazieren gehen. Dieses Camp ist dafür bekannt, dass sie ihre Hunde, die sich nicht mehr als Schlittenhunde einsetzen lassen, nicht einfach „entsorgt“, sondern ihnen einen altersgerechten Aufenthalt ermöglicht. Man kann sogar „Patenschaften“ übernehmen. – Wir entscheiden uns als „Senioren“ für den Senioren- Spaziergang. Auch eine ganz spezielle Erfahrung. Einige dieser Hunde waren nämlich im Race-Team (der Besitzer dieser Lodge unterhält in Schweden auch ein Rennteam) und sind entsprechend gehorsam. Zumindest mein Hund, einäugig nach einem Kampf, gehorchte aufs Wort – auf die zwei Worte: „Halt“ und „OK“. Denn so funktioniert der Spaziergang. Die Leine ist an einem Gurt um meinen Leib befestigt. Auf „OK“ zieht der Hund los und wir spazieren zusammen, ich in geschlepptem frischem Gang gezogen. Auf „Halt“ hält er sofort an und wartet bis ich das Kommando für die Weiterführung des Spaziergangs gebe. Dies erlaubt mir, die Landschaft zu geniessen und ab und zu auch in aller Ruhe ein Foto zu schiessen. Zudem, mit nun doch verbesserter Kondition durch die vergangenen vier Tage, ist das eine reine Freude, zumal ich ja auch noch gezogen werde. Wir finden beide, dass es ein toller Abschluss dieses Abenteuers ist.

Am Samstag werden wir rechtzeitig zum Flughafen gebracht. Der Direktflug der Swiss/Edelweiss bringt uns fürstlich zurück nach Zürich, da unser Reisebüro nachträglich noch einen Upgrade bewerkstelligen musste, damit wir überhaupt mit diesem Direktflug zurückfliegen konnten. (Ich hatte mich ja relativ spät zu diesem „Ausflug“ überreden lassen.) Einen besseren Abschluss dieses einmaligen (einmalig?) Erlebnisses hätten wir uns nicht vorstellen können.

Kaum wieder am Boden in der jetzt auch tieferschneiten, trocken-kalten Schweiz wird mir bewusst, dass ich in wenigen Tagen diese wieder verlassen werden, um ins tropische Klima Brasiliens, bei über 35°, einzutauchen. Gut für den Kreislauf!

 

 

Log_25_2017_ Minus 40° – Happy New Year!

My clear intention was to return on the 29th of December 2016 to Rio. I wanted to be at the Copacabana, as tradition wants it all in white, to welcome the New Year, together with up to one million people, and with its world’s biggest and most spectacular firework. But first I had to realize that “my” carrier that had already deceived me on my return flight to Europe had cancelled its direct flights to Rio. Great! So I had – in expecting any possible changes – as a precaution booked a halfway decent alternative via Recife on the 24 of January. This meant that I would celebrate the New Year in Europe.

But then things take a surprisingly sharp turn: I am, due to my long stays in the tropics, considered to be a “warm-water-shower man” (literal translation: “Warmduscher”) and I am regularly challenged to prove that I am not. So it happened that I was invited to take a swim in a romantic little lake in eastern Switzerland – on October 2nd! I survived! One thing led to another and the next challenge was to spend New Year up in Finnish Lapland dog sledding. Of course this was just the opposite of what I had in mind, but for this kind of adventure I can be challenged.

However, already when starting preparations i.e. buying the recommended outfit (the first three (!) layers had to be bought, the overall, hat, oversized gloves and “moonboots” were provided by the organiser) there are, I admit, certain doubts about my spontaneous O.K. to this adventure. But before changing my mind we are on our direct flight from Zurich to Kittila, Finnish Lapland – north of the polar circle! We arrive there in the afternoon and it is already dark when we walk from the airplane to the reception hall over solid snow. (To get off the plane in Brazil is tougher, when the heat and humidity hits!) Our chauffeur from the lodge is already awaiting us and as soon as our group is complete we board the bus and over snow-covered roads through dreamlike snow burdened fire trees we head towards the Lodge. It is a blockhouse hotel cosy and warm. There are already people waiting in the hall for information. The hotel seems to be fully booked. The guests come mainly from Germany, Switzerland and Austria. We get our key and are advised that the overalls and shoes have to be tried on before supper – if necessary were to be changed. The idea is to have it at least one size bigger than indicated on the inscription form. I change both, overall and shoes to even one size over the one the organizers had done already. This is just perfect.

For diner we meet for the first time with the rest of our group, four other people from Germany, two single travellers (Franzi and Alex) and a couple (Katia and Christoph). We wonder why we are not with a Swiss group, mainly the one from Zurich – but as it turns out we are the lucky ones. (No, I am not against people from Zurich but this group …?) Our group is perfect: They could all be our (adult) children but we feel fine and are well accepted. For that we take pains in speaking proper German – and in return they abstain from comments like: “Oh, I did not know I understood so easily Swiss German!”

Diner was delicious, starter with fresh bread, soup, main course and dessert, everything freshly prepared. Time passes and suddenly the word “northern lights” is heard in the room and in groups we go outside on to the frozen lake and have a spectacular view on this magnificent phenomenon! The firework in Rio could not have been better. Surrounded by a wonderful landscape all in white, therefore in a faint light and a quietness that is breath taking, we forget the time and the cold. Since we have to get up (relatively) early the next day for our trial trail, we decide not to toast to the New Year but postpone it to the next evening. We sleep in a room with direct view into deep snow covered woods.

Initiation tour:

After a hearty breakfast we slip into our four layers of cloths, which is not that easy particularly when stepping into the oversized moonboots. When fully dressed including hat on head we have only one desire: Get out – the cold (only -12°) is soothing. A little bit longer inside and steam would have come out on top of the overall! Fortunately, the bus that takes us to the dog and sled house at the border to the nature reserve that we are going to discover is not heated. After a quarter of an hour we are there and Ben, a “youngster” of less than thirty awaits us as our guide. He his French has finished his studies and decided to spend a couple of years here in Finland. He speaks perfectly English and I think the reason why we are in his group is, that we mentioned on our registration form that we speak French. Since there were no real French people and he speaks fluent English, we all communicate in this language. Ben leads us to his cannel and introduces each and everyone to his or her four dogs. Then he shows us the sledges and how they function – better how we have to function on them. There is one rule: Stay on them or at least do never – whatever the circumstances – let go. The trick is to stand with the (oversized) moonboots on the two runners. Between them there is a piece of rubber with nobs on which one can stand, if need be with both legs, to slow down the sledge. If this is not enough there is a metal claw that can be run into the snow and ice, mainly when the sledge has to come to a complete halt. In this cases one has to raise its hand to signal to the following sledge what the intentions are. At a stop there is in addition a metal anchor on a cord that can be run into the snow. And to make really sure that the dogs, who’s only intention is to pull and run, will not succeed to break the sledge loose, it is to be turned to one side. On the other hand there are only to commands for the dogs – easy: 1st: “Halt” (yeas in German!) With this they will stop and the driver has to make sure to break the sledge in time otherwise it will slam into the dogs and they would immediately lose all respect and confidence for the stupid (temporary) leader – the driver. The 2nd is: “O.K.” and with this the dogs will speed forward. Better make sure to be on the sledge, anchor out of the snow and securely packed away. With this we know everything that enables us to go for the trail. Ben shows us how to put the dogs correctly in their harnesses. For that one has to know who is the lead dog and who is next to him or her and behind – kind of important. They are very tame, even some affectionate – until they sense that it might get started. Then they start barking, tow on their harnesses eager to go and are bullying each other in motivation and intimidation. It is absolutely comparable to a totally normal management meeting.

Everything is ready. Ben gives last instructions and advises us to immediately follow him as quickly as possible. Witing longer than necessary the overexcited dogs will mix up and it is a hell of a job to untangle them. And off we go in horrendous speed through a narrow door into the woods on a pre-prepared trail that is just as wide as the sledges. To be able to enjoy the landscape? Forget it! Full concentration because the dogs have, particularly at the beginning of the day, natural needs. As soon as one begins bending its back it is necessary to immediately shout: “Halt”, activate the breaks and raise on hand – everything at the same time. In no time they are ready and eager to go again. “OK” and the 4 DP (dog power) catapult the sledge breathtakingly forward. You better hold on to it. But a little later yet an other dog bends his back … Start again, curve, slightly downwards – breaking, slight rise and the lead dog gives me a look saying: “Hey old guy help a little”. And then I have to help by pushing with one leg alternating but still remaining with one on the runner. When it gets steeper, what did Ben say? “Jogtrot”! (If you start walking, they will think you want to stop!) With this it is getting hot inside the overall and after a while steam comes out of it. Reaching the top it is important to immediately jump back on the now accelerating sledge! There is not much time to recover. There are other slopes – break, curves – where you have to lean on the right side at the right moment. If you do not do it correctly, at least one runner will get into deep snow, the sledge will slow down and the lead dog is looking back to you again. No, he will not shake his head – the look is enough! And so we go on and on, with hardly a stop – with no break to have a cup of tee and a rest. Towards the end of the day, after about 30 kilometres I am slightly annoyed – or shall I say not amused? – and compare this exercise with a march during the military service or a tough sailing trip. In both cases it is upmost important to have a serious break now and then in order to drink, eat and have a rest. I will have a bilateral word with Ben when we get on the four-day-trail.

As it turns out, this is not necessary. On our trip from cabin to cabin (all traditional block houses) during the four days, we stop every now and then, mainly also to free the dog’s paws from snow and ice clumps (with bare hands of course) and have then time to get a sip of tea. However, it becomes also very obvious that stopping for too long means getting cold and drinking too much can lead to a natural need. Now, stepping off the trail towards some trees – nearly impossible. One sinks in up to mid thigh in snow and the thought of the four layers of clothing … leads to drinking moderately! If one gets too cold – primarily the day the temperature drops to its peak of -40° – Ben commands to run a big zero or eight in deep snow. That warms up. It is important to do that as long as one can still feel the pain of freezing! And it is nice to see that Ben too now and then is running through the deep snow, so he is human too.

Today, we return to the camp and are the last ones. Firstly, we have to free the dogs and fix them to a chain that is secured between two trees. After that we go to a kind of wooden igloo where we get a hearty soup. It is now late afternoon and since breakfast we have not had anything to eat. That feels great! We board the bus that brings us back to the Lodge. To get undressed is quite an exercise and as a bonus we can step under a warm shower. (The alternative would have been the sauna and a dip in the whole in the ice of the lake!) As we imagine, this trial trail had the purpose to find out, if all participants – particularly the more mature ones – are capable to confront the four-day tour. O.K. when we registered we did not opt the “easy” one, but it is challenging – for everyone!

This evening we toast to the New Year and the upcoming adventure down at the ice whole on the frozen lake.

The four day tour from cabin to cabin – in total about 150 km

Now it is serious. We pack our own belongings – max. 6 kg! – into the sledge. Additionally, we have to pack either wrapped deep frozen meet in blocks for the dogs, bags of dry food for the dogs too and of course our own food for four days. The dogs will with this tow about 200kg during four days at an average speed of 10 km/h (comparable to my average sailing speed). Ben’s task was to choose the dogs and the average weight wisely in order to allow everybody to have about the same travelling speed despite different weights and constitution (not to say age!).

To get the dogs into their harnesses becomes more and more routine. To speed up we help each other in a clearly defined manner. As soon as the lead dog is attached, the leader/driver has to stay with him/her. Tension heightens and the process of pecking order begins. Ben shoots out of the cannel and we behind him. The first day is as tiresome and challenging as yesterday and we need well 5 ½ hours for the good 40 km. Rise and slopes demand concentration also remembering the good advises from Ben. It is tough to take out the ice and snow clumps from the dog’s paws with bare fingers that are already cold. To use them to look for the tea under the deep frozen cover of the sledge needs own convincing, besides the reflections made earlier. After day break it is for the rest of the day as if the sun would come up any minute – but does not. Then the night falls but it is not really getting pitch dark as the surrounding landscape is bright white – a beautiful light, also to take pictures. We arrive at the first cabin. First, we free the dogs and attach them to the chain that we have attached between two suitable trees. From this main chain individual chains with hooks are for the dogs. Everything is deep-frozen! When they finally are at their place they receive – as an apéro – a ration of dry food. They do not need water as they regularly eat snow. Then they cuddle into their snow wholes and are quiet. Now, we get our things to the cabin. There, some start the fire in the main house, others in the separate sauna, others chop wood and the deep frozen meet or get water from the ice whole in the lake, while Ben starts preparing a fresh soup. Once we gather all in the house, slowly the heats starts to creep in and we can get out of our overalls. The blockhouses are all about similar: One room with bunk beds for up to eight people, a stove heating and a gas fired kitchenette. It is getting cramped and the best place is on its own bed. It is also crucial that everyone knows the place where one puts it’s belongings, particularly the things that we received and that are quite the same. Those really tough use the sauna. While it gets warm/hot on the top benches, on the bottom it remains freezing cold. Of course there are no showers. There is the ice whole – yes the one for the fresh drinking water! – and the snow. I only tried it once for the folklore – not the ice whole, the sauna and the snow. However, the water would have been less cold than the outside temperature! Time passes with discussions or a short naps before the dogs get their meet ration. Then Ben starts preparing diner. He is a good cook – he is French! When we want to help him, he first resists. Only when insisting he admits that there were groups complaining (people from Zurich? – I know I am being unfair) that after a hard day they also had to prepare their own food. We could convince Ben that this was not the case with this group and from then on we also shared this task. It is only fair since Ben had to take care of the 31 dogs particularly when the temperature drops at the unusually deep level. But also on the tour he sometimes has to get his team back to the right track when they missed the turn. This only goes in a wide circle through the deep snow, with all of them, since turning around is no option. Such an exercise is extremely tiresome. We were spared from this extra exercise as we all could stop in time. Another task that needs a lot of condition is, when one of the lead dogs shows a weakness. Then this dog has to be replaced with another suitable one from an other team. And so on …

After diner there is not much action anymore. The fire is roaring, the belly full and sleepiness makes that we turn in early. While on the top bunks temperatures are as in the Tropics – too much for me! -, on the lower beds it is just about right in a sleeping bag. During the night this changes. In the morning on the top beds temperatures is still about all right, whereas those on the lower levels are already accustomed to lower temperatures. If one has the inner boots on a higher level, at least the feet are getting warm quickly. During the night hardly ever someone disturbed the others (besides snoring of course – and there was seemingly only one?) by getting up. The toilets, very clean and tidy, were of course outisde a couple of steps through the snow. So the same reflections as on the trail come to ones mind when it comes to have a night cup! And also the limited number of toilets was never a waiting problem since the turnover correlated with the temperature!

In the morning the cabin has to be prepared for the next group, which means the heater is prepared for a new fire (this is why we could not heat right until we get up), fresh water is taken from the lake for the soup and wood is chopped and taken inside for the fire. And down at the dogs their “left-overs” have to be disposed off at a specific place. Since it all is deep-frozen this is not an unusually unpleasant task. Then the dogs have to be put in front of the sledge the (deep frozen) chain put back into the (deep frozen) sledge. Then get ready for the start, which is getting better and better over the four days.

Ben gives us special instructions during the day we hit the lowest level of -40°. (Such extreme temperatures are as unusual as the tropical waves in central Europe.) It feels not so extreme since the air is extremely dry and fortunately we do not have any wind. It is also interesting that the peak is not reached during the night, but towards the middle of the day. For me this was not quite logical and Alex our top photographer and walking lexicon gave an explanation that I would like to study a little bit in depth. The most important thing is that whoever feels the pain of cold immediately speaks out. There are many “therapies” for this (see above) and they worked for us. In an other group two women had to be taken back early because they suffered serious frostbites on their fingers. I myself did not suffer more than the others since it was a very dry cold without wind. I hate the wet cold weather that we often get in Switzerland during winter.

With growing experience one is perfectly capable of having a look around this magnificent landscape of deep frozen nature. One begins to feel the trail and gets more and more one with the dogs. Despite that Ben is clearly the leader, one can feel that they accept, at least temporarily, an intermediary master. This is an extremely interesting process.

All the cabins are comparable and the living together is demanding on such small quarters. I have a very good feeling during the whole period. Probably it is comparable to a sailing trip. Up to – maximum 10 days – it works normally even with different characters. After that it could become problematic. It seems to me that all feel about the same, which is a good sign for the team – including Ben who did an outstanding job for his age and experience. (He admitted that this was his first season.)

At the most attractive cabin, located at a beautiful lake with mountains in the background we experience another northern light spectacle. It seems that this year is one of the last ones over a period of time with outstanding performances of this kind. This might be the reason why so many people showed interest to visit the northern countries these last years. Alex makes, regardless of the deep temperatures (it was “only” – 35°) superb photos of this phenomena. He shoots two and then has to take out the battery to warm it up again in order to be able to shoot another two. These are outstanding photos (and since he made them available to us, I used some of the best ones, also from other group members, for this homepage – thank you Alex and the others!) and the prove of a professional, particular when one knows that he shoots also fantastic pictures under water in the tropics, but also in northern waters and even in abandoned mines.

After the four days we return in time to the cannel lodge. Even though it was sometimes bitterly cold and, yes, also though, at least I regret being back. It is like after a crossing by boat: Arriving is nice but there is always little sadness too. – So, we say goodbye to our dogs and enjoy the soup this time as one of the first groups. I believed that Ben had wisely chosen the trails but during supper he admits that his influence was very little since the admistration of the centre attributes the different cabins at will. So we all were very lucky.

The next day is a free day, a Friday. We can chose among different activities: Visit a reindeer farm, go snowshoe walking, visit a village nearby, do nothing or sauna – or go for a walk with the seniors. We choose the latter. These are dogs that can no longer be used to run with a sledge. Contrary to other centres, here the dogs are not “disposed of” but kept and fed. One can also adopt one of these seniors or as we do, go for a walk. I have a dog with only one eye, probably lost in a fight since he was one of the dogs in the racing team. (The owner of the lodge entertains also a racing team just across the border in Sweden.) He obeyes without hesitation to the to commands: “Halt” and “O.K.” Since he is attached to my belt with the leash it is as if I am a sledge. He tows me through the woods. There is plenty of time enjoying the fantastic landscape and whenever I want to shoot a photo, “Halt” and I have plenty of time. This is a fantastic experience for our last day of an outstanding adventure here in Lapland.

On Saturday we get in time a lift to the airport. Our booking office gets us upgraded on our direct flight back to Switzerland since there would not have been any seats left; my booking came a little late! So we enjoy the end of our year-end vacation until the last minute to the fullest. Back in Switzerland, where winter has also started, I remember that in a couple of days I will be up in the air again, heading towards Brazil where the temperatures will easily reach +35° at this time of the year – good for circulation!

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

Kategorie(n): Logbuch

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