Crew

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Bernhard Aeschbacher

 

Geboren wurde ich genau in der Mitte des letzten Jahrhunderts. Schon immer fühlte ich mich zum Wasser hingezogen, vielleicht wegen meines Sternzeichens? Ferien verbrachte ich am liebsten am, auf und im Murtensee. Zuerst erstand ich das Buch: „Segeln lernen“, dann kaufte ich mein erstes Boot, einen Vaurien, nur um festzustellen, dass der Wind, entgegen den Darstellungen im Buch, nicht immer von oben kommt. Andere, mehr oder weniger komfortable Boote folgten, ab 1969 im Hafen von Le Landeron am Bielersee. Nach längeren und kürzeren Auslandaufenthalten wählte ich als Arbeits- und Wohnort Biel – nur des Segelns wegen, wie Insider wissen wollten. Entspannung pur auf dem Wasser, in den letzten Arbeitsjahren trotz Nähe zum See leider viel zu wenig. – Zwei Jahre früher als ursprünglich geplant konnte ich einen lang gehegten Wunsch realisieren: Die Weite des Meeres erleben und damit „Meer Zeit“ zu haben.

Woher der Wunsch aufs Meer zu gehen komme, werde ich immer wieder gefragt – und ich weiss die Antwort nicht. Er war einfach da, zuerst als ein Traum, der mich immer wieder beschäftigte und schliesslich konnte ich ihn in Wirklichkeit umsetzen. Da merkte ich, dass es das ist, was ich mir immer wünschte: Die grosse Freiheit, wenn ich die Leinen los werfe und die Selbstverantwortung in letzter Konsequenz draussen auf dem Meer. Aber auch die Herausforderung, die Kräfte der Natur zu akzeptieren wie sie sind und dadurch die innere Ruhe durch die unendliche Weite zu finden.

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I was born exactly in the middle of the last century. Ever since I was attracted by water, most probably because of my asterisk. My favourite place to spend my holidays was at, on and in the Lake of Murten. First, I read the book called “Learning how to sail”, then I purchased my first sailing boat, a Vaurien dinghy, only to realize, that the wind – in contrary to the nice images in the book – did not always come from above. Other more or less comfortable boats followed, from the late sixties on in a marina at the lake of Biel. After longer and shorter stays abroad for working purposes I finally found a job in Biel/Bienne – only because of the sailing opportunities, some insiders are rumoring. Two years earlier than planned, my longtime dream becomes true: I can experience the vastness of the sea, its challenges and its beauty.

Crew

Während meinem Sabbatical Jahr hatte ich auch Zeit, mir zur Crew an Bord von Margna Gedanken zu machen. Einhandsegler, wie ihn Peter Foerthmann, der Entwickler der Pacific Windpilotanlage, so vortrefflich auf seiner Homepage beschreibt, will ich nicht werden. Das habe ich ausprobiert, weiss, dass ich es schaffe und Margna dafür auch ausgerüstet ist. – Allerdings lieber alleine segeln, als ohne gegenseitiges absolutes Vertrauen; zu viel habe ich bei anderen Crews gelesen und gesehen. Wenn da nur nicht das mehr oder weniger leise Veto der Familienangehörigen wäre und das Stirnrunzeln guter Freunde. Also, Alternativen sind gefragt – gute Kompromisse.

Alternativen und Kompromisse! Die Ingredienzen für eine erfolgreiche, harmonische Crew mit “checks and balances”. Für die kommende Seereise von Paraty/Ilha Grande nach Montevideo werden wir zu dritt unterwegs sein:

Gisela, das “Landei mit Hund und Chatz”, wie sie sich selber bezeichnet. Sie hat vergangenen Sommer erfolgreich und innert kürzester Zeit sowohl die theoretische als auch die praktische Prüfung für Binnenschifffahrt abgelegt. Sie ist das beste Beispiel für “Alternativen und Kompromisse”. Wer ihre , eigentlich unsere, Lebensgeschichte kennt wundert sich – oder eben dann doch nicht.

 

 

 

 

 

Philippe, ist ein früherer Arbeitskollege von mir. Wir sind Mitglied im selben Segelclub in Le Landeron. Er war viel mit Kollegen auf hoher See unterwegs, mehrheitlich aber auf Kurztörns. Ihn reizt eine längere Seereise mit Nachtsegeln. Eigentlich wollte er schon bei der Reise von Montevideo nach Rio dabei sein. Persönliche Gründe verhinderten das. Jetzt nehmen wir diese Reise in umgekehrter Richtung “unter die Segel”.

 

 

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During my sabbatical year I also had enough time to think about the way I want to continue my journey with Margna. Solo sailor, as so perfectly defined and described by Peter Foerthmann, the creator of the Pacific Windpilot steering equipment on his blog is not my thing. I have experienced this successfully and Margna is perfectly equipped to be sailed single handily – but essentially no.

Rather sail alone than taking on responsibility for people that I do not know well enough or trust; I have heard and seen too many stories. However, there are, more or less discreet, objections from my family and some good friends also question such intentions seriously. Therefore, alternatives are in demand – good compromises. Good ambiance on board and mutual unlimited trust are the essential ingredients.

Alternatives and compromises are the key words. They are also the ingredients for a successful and harmonious crew with the necessary checks and balances. For the upcoming sea journey from Paraty/Ilha Grande to Montevideo/Uruguay we will be three:

Yes, the “hillbilly with cats and dogs”, as Gisela likes to describe herself. She has passed last summer within no time the theoretical and later also the practical test for sailing on lakes in Switzerland. She represents best what “alternatives” and “compromises” mean. Who knows her – in fact our – life story wonders and is surprised – or not because they know.

And then there is Philippe, an ancient colleague from work. We are also members of the Le Landeron sailing club. He often went sailing at sea with collogues on rather short trips. Now he would like to add some miles and particularly night sailing. He had planned to join me for the trip up from Montevideo to Rio. Unfortunately he had to cancel last minute. Now we will do the opposite together.

 

 

 

 

 

 

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